Namrud

Jowan Safadi, israelischer Palästinenser, lebt in Haifa und ist ein im nahen Osten bekannter Musiker und wahrer Freigeist. Mit seiner Band Fish Samak liefert er Lieder die politischen und sozial-kritischen als auch emotionalen und philosophischen Kontext beinhalten. Jowan hat keine Angst seine Gedanken frei zu äußern, damit auch tabuisierte Themen anzusprechen. Seine Texte – eingehend und provokant – haben in vielerlei Hinsicht kontroverse Reaktionen hervorgerufen: Einerseits wurde er von der israelischen Polizei der “Anstiftung zum Terrorismus” angeklagt, andererseits endete seine letzte Tour durch Jordanien im Gefängnis und dem Vorwurf der Verhetzung...

 

„Namrud“ ist ein Film über einen mutigen Individualisten, der seine Musik nutzt, um die verhärteten Fronten in der Region aufzurütteln. Ein Film über innere und äußere Grenzen und die Frage, ob ein Einzelner Veränderungen in seiner Gesellschaft einleiten kann. Wird Jowan Erfolg haben oder ist die Zeit gekommen, zu gehen?

Regie Fernando Romero Forsthuber

Buch  Ari Yehudit Richter, Jürgen Karasek

Schnitt  Wolfgang Auer

Kamera Jakob Fuhr, Martin Putz, Falko Lachmund, Rabia Salfiti

Ton Feras Shehadeh

Musik Jowan Safadi

Produzenten  Jürgen Karasek, Filip Antoni Malinowski

Produktion  Solei Film

 

Festivals  DOK-Festival Leipzig 2017 
Haifa Independent Filmfestival 2018 
DOK-Fest München 2018


„Der Dokumentarfilm „Namrud“ zeichnet ein intimes Bild von einem Idealisten zwischen allen Stühlen. „Namrud“, was sich mit Störenfried übersetzen lässt, ist ein intimes Porträt eines Künstlers, der von einem friedlichen Zusammenleben von Israelis und Palästinensern in einem gemeinsamen Staat träumt und an der Realität verzweifelt. Der auch deswegen zwischen allen Stühlen sitzt, weil er sich nicht politisch vereinnahmen lassen will und stattdessen seinen Individualismus oben anstellt. Der Film erzählt auch davon, wie Safadi mit seinen Songs gegen die

Resignation gerade unter Künstlern und Intellektuellen ankämpft. Es geht um die Frage: Kann ein Einzelner ganze Gesellschaften verändern? Und wie lassen sich Ideale leben, wenn die Realität sie tagtäglich zu widerlegen scheint? Nicht nur, aber gerade die Eskalation der Gewalt in den vergangenen Wochen hat gezeigt, wie aktuell diese Fragen sind.“

VORWÄRTS

 

Namrud ist ein leises Porträt über einen in seinen Texten lauten, privat sehr leisen und nachdenklichen Musiker. Seinen Protagonisten Jowan Safadi bekommt Fernando Romero Forsthubers Dokumentarfilm nie ganz zu fassen, Israels Gesellschaft macht er ein Stück weit (be-)greifbarer.“

Spielfilm.de

 

„Vier von fünf Steren. Der Dokumentarfilm konzentriert sich voll auf seinen Protagonisten und dessen engeres Umfeld, aber der größere Kontext kommt dadurch keineswegs zu kurz. Denn in Jowans Leben und in seiner Musik (er singt auf Arabisch und später, in ­einem wichtigen Moment, auch auf Hebräisch) ist alles politisch, ist alles eine höchst kritische Auseinandersetzung mit der ­Politik Israels. Jowan ist Bürger eines Staats, in dem er sich nicht vertreten fühlt.“

Zitty Berlin

 

„Dokumentarfilm über den palästinensisch-israelischen Sänger Jowan Safadi, der in seinen Texten Missstände anprangert und auf die Minderheit der arabischen Israelis aufmerksam macht, aber auch bigotte muslimische Glaubenssätze angreift. Dem Film dient die schwierige Beziehung des Sängers zu seinem gerade erst aus den USA zu ihm gezogenen Sohn als roter Faden, was mit dem ebenfalls nicht leichten Verhältnis zu seinen Eltern verschränkt wird. Mitunter aufschlussreich, bleibt der Film aber letztlich eher auf Beobachtungen beschränkt, als sich zum klassischen Porträt

zu runden.“

Filmdienst

 

„Es ist das Porträt eines charismatischen Künstlers, der aus Überzeugung handelt. Einer, der nicht unbedingt Streit sucht, der ihn aber ebenso wenig scheut, wenn es darum geht, für ein besseres gemeinsames Leben zu kämpfen. Ein Leben, in dem die Leute sich gegenseitig respektieren, auch in ihrer Andersartigkeit. Das wird zwar nie in der Form gesagt, Safadi äußert sich erstaunlich wenig zu seinen Überzeugungen. Aber dafür sind die zahlreichen Lieder und Auftritte da, die zwischendrin eingespielt werden und zusammen mit den privaten Einblicken ein sehenswertes Gesamtbild abgeben.“

Film-Rezensionen.de